In weiten Teilen Hessen’s kam es in der Nacht vom 27.  auf den 28. Juli zu einem großen Unwetter. Blitzeinschlag für Blitzeinschlag regnete es vom Himmel, man hätte meinen können, die letzte Stunde der Erde hat geschlagen.

Dank lightningmaps.org konnte ich die Blitzeinschläge durch die Satelittenkarte live mit verfolgen. Die datensammelnden Sensoren sind auf die Sekunde super genau und zeigen detailiert den Blitzeinschlag mit Koordinaten an. Klingen tut das cool, allerdings auch etwas einschüchternd. Wie schafft man so genaue Messungen von Blitzeinschlägen und Schallwellenradien in einer App umzusetzen. Aber anderes Thema…

 

Um den Ort meiner Firma herum, als auch auf dem Gelände, konnte ich viele Einschläge beobachten. An sich ist das nicht sonderlich schlimm für die Hardwaregeräte, denn unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV’s) sind genau für soetwas vorgesehen. Abfangen von Spannungsspitzen, Über-/Unterspannung, als auch von Lichtbögen ist der natürliche Job jener und sollte in keinem Verteilerraum fehlen. Allerdings zieht die Realität oft einen Strich durch die Rechnung, denn wenige Standorte die nicht mit einer USV ausgestatted sind, ziehen dann doch mal den Kürzeren und können sich dadurch schnell Probleme einfangen. Wie auch in meinem Beispiel dies der Fall ist.

Am Montag Morgen die Überraschung; nur ein einziges Netzwerkgerät ist von dem Unwetter betroffen gewesen. Ein Access Point. Doch schnell stellte sich heraus, dass auch der Switch etwas abbekommen haben muss, denn ich konnte diesen remote nicht mehr erreichen. Nach kurzem Telefonat wurde mir allerdings versichert, dass die LAN Verbindungen einwandfrei funktionieren.

Also startete ich in der Mittagspause, dann wenn die meisten Leute nicht arbeiten, den Switch vor Ort durch. Beim Beobachten des Neustarts mit dem Konsolenkabel sah ich keine Auffälligkeiten. Allerdings habe ich dann schnell durch die Logs gesehen, dass der Access Point auf dem angeschlossenen Switchport Probleme mit der PoE Versorgung hat. Laut dem Log würde der Access Point zu viel Watt verlangen, dies allerdings macht der Switch nicht mit und deaktiviert die PoE Versorgung.

 

Laut Forenbeiträgen kann dies unter anderem die Ursache von Third Party Devices sein, dessen PoE Versorgung außerhalb des Standards fällt. Beispielsweise hat der Access Point mehr als die maximale abzugebende Versorgung verlangt. Das hat die Software des Switches abgefangen und die PoE Versorgung deaktiviert. Anscheinend kann mit einem „power inline static“ oder „2x-mode“ einen Workaround schaffen, der allerdings bei mir nichts gebracht hatte. Die Fehlermeldung war zwar weg, der Access Point aber trotzdem tot. Aufgefallen ist mir außerdem die mega flackernde PoE LED am Switchgehäuse.

 

Nach knapp einer halben Stunde des troubleshootens, Patchkabel austauschens und aufschrauben des Access Points, gab ich die Suche nach dem Problem und machte mich auf den Weg zurück. Ich wollte im Büro nochmals den Access Point via PoE, als auch über ein externes Netzteil versuchen zum Leben zu erwecken, aber vergebens. Also wurde ein Neuer bestellt und erfolgreich in der vorhandenen Infrastruktur in Betrieb genommen.

Was die eigentliche Ursache im Endeffekt war, ist nur spekulativ zu vermuten. Ich kann mir das nur folgendermaßen erklären: Der Blitz muss einen Weg in die Stromversorgung des Gebäudes gefunden und dort eine Spannungsspitze oder ähnliches verursacht haben. Dadurch ist der Blitz durch den Switch an sein letztes angeschlossenes und mit PoE versorgendes Gerät durchgereicht worden. Anscheinend war dies ausreichend um den Access Point zu schrotten. Nachdem ich mich mit dem Hausmeister unterhalten hatte sagte dieser mir, dass es zu noch mehr Ausfällen von elektronischen Gerätschaften im Haus kam. Die vermeintliche Ursache die Selbe.

Was lernt man daraus? Eine USV hätte das Schlimmste verhindert und es wäre zu keinem Ausfall gekommen. Kann von Glück gesprochen werden, dass es nicht zu mehr kaputter Hadrware führte. Die Beschaffung des neuen Gerätes, als auch die Arbeitsstunden, hätten die USV fast rausgeholen.

 

over & out,

jonsch